Schwefelhexafluorid – Man kann seine Stimme auch tiefer machen

Tiefe Stimme durch Schwefelhexafluorid

Die hohe Stimme, welche durch das Einatmen von Helium verursacht wird, kennen Sie bestimmt schon, aber ist es auch möglich durch ein Gas eine tiefe Stimme zu bekommen? Ja! Schwefelhexafluorid heißt die Antwort. Schauen wir uns einmal an, wie das Ganze funktioniert.

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Warum wird die Stimme durch Schwefelhexafluorid tiefer?

Schwefelhexafluorid ist wie Helium ein Gas, aber es gibt da einen „schwerwiegenden“ Unterschied. Während Helium etwa siebenmal leichter als Luft ist, bringt Ersteres fünfmal mehr auf die Waage. Der Effekt auf die Stimmtiefe lässt sich ähnlich erklären wie der von Helium. Die Schwere der Gase beeinflusst die Schwingungsgeschwindigkeit unserer Stimmbänder. Ist das Gas, in dem diese schwingen, leichter als Luft, wird die Stimme höher, da diese schneller schwingen können. Ist das Gas schwerer, schwingen die Stimmbänder langsamer und wir bekommen eine tiefe Stimme.

Es handelt sich hierbei um das dasselbe Prinzip wie in der Musik. Die Saiten der Gitarre sind hier ein gutes Beispiel: Beim Abdrücken der Saite wird diese künstlich verkürzt und schwingt dadurch schneller. Der Ton wird höher. Wir können den Ton aber auch beeinflussen, indem wir das Medium Luft gegen ein anderes austauschen. Würden wir die ganze Gitarre in einen großen mit Schwefelhexafluorid gefüllten Tank stellen würde diese genauso tiefer klingen wie unsere Stimme in einem schweren Gas. Der Tank ist die Lunge und unsere Stimmbänder sind die Gitarrensaiten.

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Ist Schwefelhexafluorid gefährlich?

Ja und nein. So giftig und chemisch sich die Bezeichnung dieses Gases anhört, so ungefährlich ist es eigentlich. Bei ausschließlicher Betrachtung der Giftigkeit steht Schwefelhexafluorid auf derselben Stufe wie Helium und auch Stickstoff. Stickstoff ist zu etwa 78 % in unserer Atemluft enthalten und macht damit den Löwenanteil aus. Können wir also ohne Bedenken Schwefelhexafluorid einatmen und uns an einer tiefen Stimme erfreuen? Im Prinzip schon, aber in einem Punkt ist das Inhalieren von Schwefelhexafluorid doch bedenklicher als das von Helium. Da dieses Gas schwerer als Luft ist und die Lunge nur nach oben hin geöffnet ist, entweicht dieses nicht einfach durch die Atemwege wie es bei dem leichteren Helium der Fall ist. Die Gefahr des Erstickens ist hier deutlich höher.

Normalerweise merken wir schnell, wenn es Zeit ist, wieder einzuatmen; um genau zu sein: Das machen wir sogar automatisch. Auch im Schlaf atmen wir zum Glück weiter ohne, dass wir uns darauf konzentrieren müssen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum wir zum Beispiel beim Luftanhalten unter Wasser dieses unangenehme Gefühl bekommen, das uns geradezu zwingt, wieder an die Wasseroberfläche zu kommen? Das ist die Kohlendioxid-Konzentration in unserem Blut. Dieses wird durch unseren Körper beim Verbrauch von Sauerstoff gebildet und über das Blut durch einen Gasaustausch wieder in die Lunge abgegeben; ein perfekter Mechanismus also, der unser Überleben sichert.

Was passiert jedoch, wenn unsere Lunge mit einem anderen Gas wie Luft gefüllt ist? Dann wird zwar trotzdem das schädliche Kohlendioxid in die Lunge abgegeben, aber der Körper denkt, alles ist in Ordnung. Da das eingeatmete Schwefelhexafluorid keinen Sauerstoff enthält, droht die Ohnmacht aufgrund von Sauerstoffmangel. Ist dann die Atembewegung zu flach, droht der Tod , da das schwere Schefelhexafluorid in der Lunge bleibt.

Dieser Gefahr könnten Sie leicht vorbeugen, indem Sie schon bei einem leichten Schwindelgefühl ein paar Mal tief ein- und ausatmen. Unsere Lunge ist perfekt für das Durchmischen der frischen Luft mit der Atemluft gemacht. Noch besser ist es, wenn Sie sich das Gewicht des Gases zu nutze machen und es im Handstand einfach nach unten entweichen lassen.

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Das Helium und Schwefelhexafluorid Experiment mit Ranga Yogeshwar

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